Militärische Bunker

Militärmuseum der leichten Befestigungsanlagen Gajary

Das Militärmuseum der leichten Befestigungsanlagen Gajary besteht aus zwei Objekten des leichten Befestigungstyps vz. 37. Die beiden Bunker unterscheiden sich nicht nur in ihrer Konstruktion (Typ A und Typ D), sondern wurden auch jeweils in den Zustand unterschiedlicher historischer Epochen zurückversetzt. Der Typ D zeigt den Zustand aus der Zeit der Ersten Tschechoslowakischen Republik, während der Typ A die Epoche des Kalten Krieges repräsentiert. Das Museum zählt zu den am besten restaurierten Anlagen der leichten tschechoslowakischen Grenzbefestigungen in der Westslowakei.
An der westlichen und südlichen Grenze der Slowakei wurden zwischen Januar 1937 und September 1938 überwiegend leichte Befestigungsanlagen des Typs vz. 37 errichtet, die umgangssprachlich als „Řopíky“ oder „Ropíky“ bezeichnet werden. Der Name leitet sich von der Abkürzung ŘOP (Ředitelství opevňovacích prací – Direktion für Befestigungsarbeiten) ab, die für Planung und Bau der Grenzbefestigungen verantwortlich war. Dabei handelte es sich um kleinere, standardisierte Bunker, von denen innerhalb von weniger als zwei Jahren nahezu 10.000 Anlagen entlang der Grenzen der Tschechoslowakei errichtet wurden. Der erste Museumsbunker mit der Bezeichnung LI/10/D2Z gehört zum seltenen Typ D. Diese Ausführung ist einseitig angelegt und entspricht gewissermaßen der linken Hälfte des verbreiteteren Typs A. Die Besatzung bestand aus vier Soldaten, und die Aufgabe des Bunkers war der Schutz einer Brücke über die March (Morava), die sich früher an dieser Stelle befand. Der Bunker wird in den Zustand des Jahres 1938 zurückversetzt. Während einer Führung können Besucher die zeitgenössische Bewaffnung und Ausstattung besichtigen. Das zweite Objekt mit der Bezeichnung LI/11/A-200Z repräsentiert den am weitesten verbreiteten Typ A, der über Scharten auf beiden Seiten des Bunkers verfügt. Dieser Bunker befindet sich im Körper eines Hochwasserschutzdammes und wird in den Zustand der Nachkriegszeit rekonstruiert. Damals wurden die Anlagen von der Tschechoslowakischen Volksarmee modernisiert, neu bewaffnet und auf einen möglichen Angriff der NATO vorbereitet. Die Befestigungsanlagen an der südlichen Grenze der Slowakei wurden während des Krieges systematisch zerstört. Von ursprünglich 691 betonierten Bunkern sind heute lediglich 53 Anlagen erhalten geblieben. Die leichten Befestigungen in der Region Záhorie, die sich von Moravský Svätý Ján bis nach Bratislava erstrecken, haben sich dagegen nahezu vollständig erhalten. Von ihnen existieren noch 155 Objekte. Der am häufigsten vorkommende Typ der leichten Befestigung vz. 37 ist der Typ „A“. Er verfügte über zwei kleine Kampfräume an den Seiten des Bunkers, die durch einen schmalen Verbindungsgang mit handbetriebenem Ventilator verbunden waren. Die Bewaffnung bestand in der Regel aus schweren, gelegentlich auch aus leichten Maschinengewehren. Die Besatzung eines solchen Bunkers umfasste sieben Soldaten. Angesichts der Bewaffnung, Munition und sonstigen Ausrüstung stand den Soldaten im Inneren nur sehr wenig Platz zur Verfügung. Dennoch sollte gerade dieses System leichter Befestigungen, die sich gegenseitig durch Flankenfeuer unterstützten, aufgrund der schnellen Bauweise und der vergleichsweise geringen Kosten entlang der gesamten Grenze der Tschechoslowakei errichtet werden. Durch das Münchner Abkommen konnten diese Pläne jedoch nie vollständig umgesetzt werden. Das Museum ist von der Gemeinde Gajary aus sowohl mit dem Fahrrad als auch mit dem Auto in Richtung Anlegestelle Gajary gut erreichbar. Beide Bunker werden von Mitgliedern des Vereins TJ Sokol Gajary restauriert und betreut, die die Anlagen von der Gemeinde gepachtet haben. Geöffnet ist das Museum an ausgewählten Terminen im Rahmen von Tagen der offenen Tür, während der jährlich stattfindenden militärhistorischen Veranstaltung „Hranica“ („Die Grenze“), zur Eröffnung der Schifffahrtssaison auf der March sowie nach vorheriger Vereinbarung.