Der Kriegfriedhof des Ersten Weltkriegs in Bratislava-Petržalka, im Stadtteil Kopčany, entstand als Teil eines Militärlazaretts, in dem vor allem schwer verwundete und erkrankte Soldaten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, aber auch Angehörige anderer kriegführender Nationen behandelt wurden. Es handelte sich nicht um einen frontnahen Friedhof unmittelbar hinter der Kampflinie, sondern um einen Begräbnisort im rückwärtigen Versorgungsgebiet. Hier ruhen Soldaten, die zwischen 1916 und 1918 im Garnisonsspital von Bratislava, im Divisionslazarett sowie im Lazarett von Kopčany verstorben sind. Auf dem Friedhof sind insgesamt 331 Soldaten von 9 Nationalitäten begraben: 122 Tschechen und Slowaken, 53 Ungarn, 51 Jugoslawen, 43 Rumänen, 16 Österreicher, 11 Italiener, 11 Polen, 3 Deutsche und 6 unbekannte Soldaten. Die erste würdevolle Gestaltung der Anlage erfolgte um das Jahr 1922. Von seiner Gründung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Friedhof regelmäßig gepflegt und instand gehalten. Besonders während der Zeit der Ersten Tschechoslowakischen Republik war er ein beliebtes Ziel der Einwohner Bratislavas, die hier Spaziergänge unternahmen und Ruhe suchten. Alljährlich fanden am 1. November, dem Gedenktag für die Verstorbenen, feierliche Gottesdienste und Gedenkveranstaltungen statt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Friedhof in das streng bewachte Grenzgebiet entlang der Grenze zur Republik Österreich. Aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zur Staatsgrenze wurde das Areal nach 1948 praktisch unzugänglich und geriet allmählich aus dem Bewusstsein der Bevölkerung von Bratislava. Ein halbes Jahrhundert ohne Pflege und Instandhaltung hinterließ deutliche Spuren. Paradoxerweise wurde der Friedhof nach der Samtenen Revolution von 1989, als er wieder frei zugänglich war, zum Ziel von Vandalen und Grabräubern. Sein Zustand verschlechterte sich erheblich. Im Jahr 2005 begann die Hauptstadt Bratislava mit der umfassenden Restaurierung der Anlage. Den größten Teil der finanziellen Last trug die Stadt Bratislava, unterstützt durch Beiträge des Innenministeriums der Slowakischen Republik. Zwischen 2005 und 2009 wurde der Friedhof nach dem Vorbild amerikanischer Soldatenfriedhöfe grundlegend neugestaltet. Am 4. Mai 2009 wurde die Anlage im Beisein hochrangiger Vertreter der Slowakischen Republik, der Hauptstadt Bratislava sowie zahlreicher Bürger feierlich wiedereröffnet. Heute ist der Friedhof öffentlich zugänglich und zählt zu den Zielen von Touristen sowie von Vereinen und Interessengruppen der Militärgeschichte. Am Gedenktag für die Verstorbenen findet hier erneut, ganz in der Tradition vergangener Zeiten, eine feierliche Gedenkveranstaltung zu Ehren der hier bestatteten Soldaten statt.