Militärische Bunker

Bunker B-S 9 Kittsee

Der Bunker B-S 9 „Kittsee“ ist ein kleineres Befestigungswerk aus der ersten Verteidigungslinie, die zwischen 1933 und 1935 zum Schutz von Petržalka errichtet wurde. Sein Innenraum ähnelt stark dem des Bunkers B-S 7, wurde jedoch später durch einen Anbau erweitert, wodurch das Bauwerk vergrößert wurde. Auf dem Dach befand sich ursprünglich ein Wachhäuschen, von dem lediglich der Schornstein erhalten geblieben war. Dieser wurde leider im Jahr 2010 entfernt. Der Bunker liegt an der Kopčianska-Straße in der Nähe der Zufahrt zum neuen Stadtviertel Nesto. Wie sein Name bereits andeutet, führt die Straße von hier aus über die Grenze in die gleichnamige österreichische Gemeinde Kittsee. B-S 9 war der zweite in Petržalka errichtete Bunker. Er gehört zur Linie von neun Befestigungsanlagen, mit denen General Josef Šnejdárek Petržalka zwischen 1933 und 1935 befestigen ließ. Die Anlagen dienten ursprünglich vor allem dem Schutz gegen einen möglichen Angriff aus Ungarn. Bereits 1936 wurden sie jedoch in das neu begonnene tschechoslowakische Befestigungsprogramm integriert, das nun auch eine Verteidigung gegen Deutschland vorsah. Wie B-S 7 verfügte der Bunker lediglich über einen einzigen Raum mit drei Schießscharten. Die frontseitige Scharte wurde später zu einem schmalen Beobachtungsschlitz umgebaut, um die Straße aus Richtung Kittsee überwachen zu können. Die älteren Bunker waren ursprünglich für wassergekühlte Maschinengewehre des Typs Schwarzlose aus österreichisch-ungarischer Produktion beziehungsweise deren tschechoslowakische Version Maschinengewehr 7/24 ausgelegt. Im Zuge der Modernisierung wurden die Scharten aller älteren Anlagen angepasst und mit Lafetten für die moderneren luftgekühlten Maschinengewehre vz. 35 und vz. 37 ausgestattet. Der Bunker B-S 9 befindet sich gemeinsam mit den Bunkern B-S 4, B-S 7 und B-S 8 im Eigentum des Militärhistorischen Instituts. Es handelt sich um die einzigen Bunker dieser Linie, die im Besitz des Staates verblieben sind. Derzeit ist B-S 9 aufgrund der laufenden Bauarbeiten im neuen Stadtviertel Nesto für die Öffentlichkeit geschlossen. Für die Zukunft ist jedoch vorgesehen, das Gelände kulturell und touristisch zu nutzen.