Der Bunker B-S 6 „Vrba“ gehört zu den ältesten Bunkern in Petržalka und stammt aus den Jahren 1934–1935. Das Bauwerk wurde restauriert und beherbergt heute ein interaktives Museum, das interessante Kapitel der Militärgeschichte Bratislavas präsentiert. Die Ausstellungen wechseln regelmäßig und widmen sich unter anderem der Verteidigung der Hauptstadt am Ende des Zweiten Weltkriegs oder den Luftangriffen auf Bratislava. Der Bunker B-S 6 Vrba zählt zu den älteren Befestigungswerken und ist nicht nur innerhalb Petržalkas, sondern auch in der gesamten ehemaligen Tschechoslowakei von besonderer Bedeutung. Der Bunker gehörte zur älteren Verteidigungslinie von Petržalka, die bereits zwischen 1933 und 1935 errichtet wurde – also mehrere Jahre vor dem Beginn des umfassenden tschechoslowakischen Befestigungsprogramms. Der Bau dieser Linie aus neun einzigartigen Verteidigungsanlagen zum Schutz Petržalkas gegen einen möglichen Angriff aus Ungarn wurde von General Josef Šnejdárek, dem damaligen Landesmilitärkommandanten in Bratislava, initiiert. Dieser außergewöhnliche Offizier mit einer beeindruckenden Lebensgeschichte war nicht nur ein herausragender Soldat, sondern auch ein persönlicher Freund von Milan Rastislav Štefánik. Die sogenannten „alten“ beziehungsweise „Šnejdárek-Bunker“ wurden 1937 im Zuge der weiteren Befestigung Petržalkas leicht modernisiert und in das neue Verteidigungssystem integriert. Mit dem Münchner Abkommen wurde jedoch die Abtretung der tschechoslowakischen Grenzgebiete an Deutschland beschlossen, ohne militärischen Widerstand zu leisten. Die Bunker von Petržalka gingen daraufhin in den Besitz der deutschen Wehrmacht über, die sie als Ausbildungs- und Übungsanlagen nutzte. Im Jahr 1945 wurden die Bunker erneut militärisch genutzt – diesmal bei der Verteidigung Bratislavas gegen die sowjetische Rote Armee. Der Bunker B-S 6 befindet sich nahe der Abfahrt der Autobahn D2 zur Bratská-Straße. Im Inneren ist die Anlage durch Zwischenwände in mehrere Räume gegliedert. Ursprünglich war sie mit zwei schweren Maschinengewehren ausgestattet. Eine der Schießscharten wurde, wie bei der Modernisierung anderer älterer Bunker ebenfalls üblich, zu einem Belüftungseinlass umgebaut. Eine leistungsfähige Belüftung war für den Kampfeinsatz von entscheidender Bedeutung, da die beim Schießen entstehenden Pulvergase den geschlossenen Innenraum füllten, die Sicht der Verteidiger beeinträchtigten und gesundheitliche Schäden verursachen konnten. Der Ventilator wurde über einen umgebauten Fahrradrahmen mit Pedalen und Kettenantrieb betrieben. Darüber hinaus verfügte der Bunker über eine einfache Toilette sowie einen Brunnen im Inneren. Weitere interessante Details über dieses außergewöhnliche Bauwerk erfahren Besucher direkt von den Betreibern des Bürgervereins B-S 6 Vrba. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Heute befindet sich hier ein einzigartiges Militärmuseum, das die Verteidigung Bratislavas während des Zweiten Weltkriegs anhand authentischer Exponate, erhaltener Originalausstattung und wertvoller digitalisierter Dokumente eindrucksvoll dokumentiert. Auf dem Museumsgelände sind außerdem verschiedene Überreste der Befestigungen von Bratislava ausgestellt. Darüber hinaus finden hier regelmäßig Veranstaltungen, Gedenkaktionen und kulturelle Programme statt.