Der Bunker B-S 4 „Lány“ gehört zu den größten Bunkeranlagen in Petržalka. Er wurde im Januar 1937 am Rand des Pečniansky-Waldes errichtet und gilt heute als der am besten restaurierte Bunker der Slowakei, einschließlich seiner originalen Bewaffnung. Im Inneren befindet sich ein Museum, das die Besucher in das Jahr 1938 zurückversetzt, in eine Zeit, als sich die Tschechoslowakei auf die Verteidigung gegen das nationalsozialistische Deutschland vorbereitete. Die Ausstellung vermittelt anschaulich die ausgeklügelte Funktionsweise und technische Ausstattung des tschechoslowakischen Befestigungssystems. Der Infanteriebunker B-S 4 „Lány“ ist eines von sieben schweren Befestigungswerken der tschechoslowakischen Grenzbefestigungen aus den Jahren 1936 bis 1938, die im Brückenkopfgebiet von Bratislava erhalten geblieben sind. Gemeinsam mit weiteren 24 Bunkern sollte er einen befestigten Verteidigungsbogen um Petržalka bilden, den Brückenkopf sichern und die einzige Donaubrücke in weitem Umkreis schützen. Eine Besonderheit dieser großen Bunkeranlagen besteht darin, dass ihre Betonierung trotz ihrer enormen Dimensionen vergleichsweise schnell abgeschlossen wurde. So wurde der Bunker B-S 4 innerhalb von nur sieben Tagen betoniert – vom 14. bis zum 21. Januar 1937. Da sich das Bauwerk am Waldrand befand und stärker exponiert war als die zuvor errichteten Objekte der Linie, wurde es in der Widerstandsklasse II ausgeführt. Dies bedeutete eine Deckenstärke von 200 cm sowie eine Stärke der Frontwand von bis zu 225 cm. Die Besatzung bestand aus 27 Soldaten. Die Hauptbewaffnung auf der Waldseite bildete ein Zwillingssatz schwerer Maschinengewehre vz. 37. Auf der linken Seite erstreckten sich offene Felder, hinter denen die Wiener Straße verlief, die wichtigste Verkehrsverbindung aus Österreich. Deshalb wurde diese Seite zusätzlich mit einer 47-mm-Schnellfeuer-Panzerabwehrkanone vz. 36 der Škoda-Werke, gekoppelt mit einem schweren Maschinengewehr vz. 37, ausgestattet. Der Bunker befindet sich im nordwestlichen Teil von Petržalka am Rand eines ehemaligen Donauarms, der den Pečniansky-Wald begrenzt. Seinen Tarnnamen „Lány“ erhielt er nach den ausgedehnten Feldern, die sich einst vom Waldrand bis zur Wiener Straße erstreckten. Vor dem Grenzübergang Petržalka–Berg befindet sich ein Parkplatz, von dem aus der Bunker bequem zu erreichen ist. Auch für Radfahrer ist die Anlage hervorragend zugänglich, da die internationale Fernradroute EuroVelo 6 unmittelbar daran vorbeiführt. Seit 2011 wird der Bunker von den Freiwilligen des Vereins Múzeum petržalského opevnenia schrittweise restauriert und in seinen historischen Originalzustand zurückversetzt. Besucher können an spannenden Führungen teilnehmen und dabei nicht nur die vollständige Originalbewaffnung besichtigen, sondern auch die rekonstruierten Mannschaftsunterkünfte, Lagerräume, die Gasfilteranlage sowie das funktionstüchtige Maschinenhaus zur Stromerzeugung kennenlernen. Auf dem Museumsgelände befinden sich außerdem rekonstruierte Panzer- und Infanteriehindernisse, Sitzgelegenheiten zur Erholung sowie Flächen für regelmäßig stattfindende Kulturveranstaltungen. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass sich das Museum im Bunker B-S 4 heute mit den besten Befestigungsmuseen nicht nur der benachbarten Tschechischen Republik, sondern auch Europas messen kann.