Ebenso wie der Veľké Hincovo Pleso in der Hohen Tatra, der größte See der Slowakei, erstreckt sich der Devínske Jazero auf einer Fläche von 20 Hektar. Das Bild eines „richtigen“ Sees bietet sich im Frühling, wenn die Naturwiesen überflutet sind. Im Sommer sinkt das Wasser in den Boden. Die Auwiesen an der March werden als die am besten erhaltenen in Mitteleuropa gewürdigt. Schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs wird ihre ökologische Bedeutung erkannt, seit 1989 sind sie zugänglich. Der Devínske Jazero zeichnet sich nicht nur durch dichten Artenreichtum aus, sondern auch durch illustre Protagonisten. Alljährlich zeigen sich von Juni bis August die erblühten Weißen Seerosen von ihrer allerschönsten Seite. Dass sich ihre Reize je nach Wetter und Tageszeit wandeln, hat schon Claude Monet mit 250 Seerosen-Ölgemälden gezeigt. Aber die Schönheiten sind auch gefährlich. Verfängt sich ein Schwimmer in ihren Wurzeln, wird er nicht mehr losgelassen. Und ebenso wie die Weiße ist auch die Gelbe Seerose giftig. Von ganz anderer Persönlichkeit ist die Zwergwasserlinse. Sie ist weltweit kleinste Blütenpflanze, wurzellos, aber nicht giftig. Gänzlich angepasst hat sich das Pfeilkraut, es gedeiht im Wasser als auch auf dem Land. Und übrigens: Die Storche kommen aus ihren Eichennestern in Marchegg auch gern einmal über die March, um im Boden nach Feinkost zu schnäbeln, zusammen mit den Wachtelkönigen als Hausherren.
