Im Jahr 1949 beginnt man am Bratislavaer Brückenkopf an der „trockenen Grenze“ zu Österreich mit der Errichtung von Drahtbarrieren. Zu Beginn der 1950er Jahre wird der Eiserne Vorhang nach und nach entlang der 106 Kilometer langen slowakischen Grenze aufgezogen. Besonders heikel ist die Konstellation im Zentrum von Vysoká pri Morave. Denn kaum anderswo an der March kommen einander ihr slowakisches Ufer und eine Hauptstraße sich so nahe wie hier. Und jetzt muss auch noch der Eiserne Vorhang dazwischen passen. Diese Besonderheit ist am 23. Oktober 1988 das angestrebte Ziel von Kerstin Hahn und Ulrich Trauwein aus der DDR. Sie stellen ihren Trabant dicht am hohen Zaun ab. Nun muss es schnell gehen: Auf das Autodach steigen, genug Stacheldrahtzüge zum Durchschlüpfen ausschneiden und dann der Sprung in die March. Die Patrouille-Soldaten feuern mehrere Salven ab. Trotz einiger Streifschüsse kann das Paar das österreichische Marchufer erreichen, wo ein Bekannter auf sie wartet. Diese Ereignisse werden zufällig von Peter Ščepán beobachtet. Ihm werden harte Vorwürfe gemacht, diese Flucht nicht verhindert zu haben. Für ihn war das Leben direkt am Stacheldraht nicht einfach, „wir fühlten uns oft wie Tiere im Zoo“. Aber er glaubte, dass dies einmal ein Ende haben würde. Nach über einem Jahr war es soweit.
